Auf dieser Seite berichten wir über unseren spannenden und herausfordernden Alltag während unserer Woche mit dem Bergwaldprojekt. Viel Spaß beim Lesen!

Rückblick

Moin Moin,

vielleicht erinnert ihr euch noch an unsere Herausforderungstour, die wir mit dem Bergwaldprojekt in Rostock unternahmen. Nach der anstrengenden und spannenden Zeit freuten wir uns alle sehr auf unsere Familien, Haustiere, Geschwister und auf das eigene Bett. Einige freuten sich auch endlich wieder Fleisch essen können. Für viele war die Ernährungsumstellung schwieriger als gedacht. Bei einigen jedoch hat die vegetarische Ernährung, vor allem der Vöner, zur Erkenntnis geführt, dass man nicht immer Fleisch essen muss und vegetarisches Essen ganz lecker sein kann.



Wir haben während der Herausforderungstour sehr viel über den Wald, den Klimawandel und auch über uns selbst gelernt. Wir kennen uns bereits seit drei Jahren und in dieser Zeit haben sich bereits einige Freundschaften in unserer Klasse entwickelt. Die Fahrt jedoch ermöglichte uns, uns mit Mitschülern zu unterhalten, mit denen wir sonst nicht so viel machen. Daher war es schön, dass wir auf der Herausforderungstour auch Freizeit hatten und diese frei gestalten konnten.



Für viele von uns war es eine tolle Erfahrung, mal etwas für die Umwelt zu machen. Auch wenn die Arbeit manchmal so wirkte, als würden wir mehr zerstören als retten, war sie sehr wichtig für den Wald in Rostock. So schützten wir durch das Entfernen der Traubenkirsche die heimischen Baumarten, die dadurch mehr Platz erhielten, um zu wachsen. Aus der Woche lernten wir auch, den Wald nicht als Gegenstand anzusehen, sondern als Lebewesen.



Natürlich vermissten wir sehr unsere Handys und Spielkonsolen. Während der Woche war das Handy nicht wichtig. Wir haben viel zusammen gespielt und gelacht. Auch auf der Hin- und Rückfahrt haben wir das Handy nicht gebraucht.



Die mit Abstand größte Herausforderung war unter anderem das frühe Aufstehen und das tägliche Arbeiten. Nach unserer Ankunft mussten wir daher erstmals Schlaf nachholen. 



Zurück in Hamburg fragten uns unsere Lehrer, was wir persönlich aus der Woche mitnehmen. Für alle rückte das Thema Umweltschutz mehr in den Vordergrund. So wollen einige von uns auch mal ab und zu im Biomarkt einkaufen gehen, Plastikmüll nicht achtlos wegwerfen und insgesamt nachhaltiger leben. Für einige von uns war es sehr schön zu sehen, dass man in der Gruppe so viel erreichen kann.

Tag 5 - nochmal Endspurt

Die Morgenroutine verlief ganz normal und der Gedanke an den letzten Tag hat uns alle nochmal angespornt heute nochmal richtig Gas zu geben. Wir fuhren wieder an den gleichen Ort, wie an Tag 1. Die Zeit ist schnell vergangen, aber wir haben unsere Traubenkirschen wiedererkannt. Die Arbeit war die Gleiche wie am Montag, nur haben wir jetzt das anliegende Waldstück bearbeitet. Diesmal gab es nicht so viele Traubenkirschen, daher konnten die Pflanzsäcke nicht so schnell befüllt werden. Wir waren motiviert, weil es schön warm war und wir auf den Ausflug gespannt waren. Die Teamer waren heute ganz schön langsam mit der Feuervorbereitung für das Mittagessen, deshalb haben wir das in die Hand genommen. Ein paar Schüler haben sich um Holz und die Instandhaltung des Feuers gekümmert. Über das Mittagessen haben wir uns sehr gefreut, denn es gab das leckere Risotto vom Abendessen, außerdem gab es verschiedene vegetratische Aufstriche: vegetarische Leberwurst (Lebenswurst - schmeckt richtig gut) und Currycreme. Zum Nachtisch gab es Nüsse und keine Schokolade...:(
Nachdem wir alle fertig waren haben wir unsere Sachen gepackt und sind zum Forstamt gefahren. Dort gab es eine Überraschung. Zunächst mal Schokolade UND ein Feuerwehrauto. Zusammen mit den Försten sind wir zu einem Bunker gefahren, das Feuerwehrauto hat sogar kurz das Martinshorn angemacht. Der eigentliche Eingang des Bunkers war durch Betonklötze blockiert, anscheinend wollten irgendwelche Leute einbrechen. Also liefen wir zu einem anderen Eingang. Trotz Taschenlampen ist ein Schüler ständig an der Decke angestoßen. Das tat weh. Im Bunker sahen wir ein Schießstand, wir liefen die Treppen runter in den OP-Raum. Dort haben sie damals die Schiffe auf der Ostsee, auf einer Art Riesenleinwand mit LED-Leuchten verfolgt. Es gab zu der Zeit ja noch keine Computer. Als wir die Taschenlampen ausschalteten, konnten wir obwohl wir die Augen öffnten überhaupt nichts sehen. 4 Minuten hielten wir es dort aus, fast ganz ohne zu lachen oder zu reden. Wir sind durch den ganzen Bunker gelaufen, haben leider keine Fledermäuse gefunden, denn es ist Ihnen dort zu trocken. Am Ende des Labyrinths durften wir die Waffenkammern besichtigen. Ganz schön gruselig. Nach dem Bunker besuchten wir noch die älteste und dickste Eiche in der Rostocker Heide. Der Umfang war 5 Meter, es konnten sich 5 Schüler um sie herum stellen. 300 Jahre war sie schon alt. Es gab noch eine ältere und größer Eiche, diese wurde aber vor  10 Jahren abgesägt. 
Ziemlich früh ging es heute zurück zur Unterkunft. Dort gab es noch eine Menge zu tun. Wir mussten die Autos ausräumen, die Werkzeuge gesäubert und geölt, außerdem hat ein Schüler in der Küche geholfen.
Einige fanden es schade, dass es heute beim zweiten Frühstück nicht so viel Auswahl gab, durch den verkürzten Arbeitstag. Der Besuch in den Bunker hat allen besonders gut gefallen- es war eine interessante Erfahrung. Wir sind ein bisschen traurig, dass es jetzt schon vorbei ist, aber wir freuen uns auch auf unsere warmen kuscheligen Betten.
Das Bergwald-Projekt hat uns viel Spaß gemacht und jetzt freuen wir uns noch auf ein super Abendessen!


Tag 4 - Was für ein Tag!

Eigentlich fing er ganz normal an mit frühem Aufstehen und Müsli. Wieder sind ein paar mit den Fahrrädern gefahren und haben auf der Fahrt durch den Wald die wärmenden Sonnentstrahlen im Gesicht und die frische Luft genossen, um dann richtig wach mit dem Arbeiten zu starten. Unsere heutige Aufgabe bestand darin, die Entwässerungsgräben von großen Ästen und Bäumen zu befreien. Dafür brauchten wir wieder mal unsere Hände, Gummistiefel (in den Gräben war oft noch ganz schön viel Wasser oder Morast), hin und wieder eine Wiedehopfhaue und Henning mit seiner Motorsäge (um die gr0ßen Bäume zu zersägen). Wir stiefelten in kleinen Gruppen durch die Gräben und schmissen, sägten und schleppten diese frei. Immer wieder stießen wir auf gut duftende Pfefferminze, die man  zu Hauf in den Gräben  finden konnte. Wie gestern haben wir auch heute viele Fundstücke entdeckt: ein Glas mit Würstchen, eine Kröte, ein Wespennest (Anna und ihre Gruppe  lernten aggressive Erdwespen kennen und mussten fliehen - zum Glück wurde niemand ernsthaft verletzt, auch wenn Anna´s Hand und ihre Arme auf das dreifache angeschwollen sind ...).
Einige haben sich heute richtig ins Zeug gelegt, es  war viel Teamwork im Spiel, teilweise wurden ganze Bäume mit vereinten Kräften aus den Gräben gezogen.
Der Bus entwickelte sich nach und nach zu einem Sanatorium mit kleineren Verletzungen, Bauchschmerzen und vielen Wespenstichen (Anna hatte es hauptsächlich getroffen).
Nach einer demokratischen Abstimmung entschieden wir uns  dafür länger im Wald zu arbeiten und nicht an den Strand zu fahren. Nach dem wir die letzten zwei Stunden dann noch einmal durchgepowert haben, wollten wir eigentlich nur noch zurück in die Unterkunft, doch zuerst mussten sich noch freiwillige FahrradfahrerInnen finden.  Als endlich alle Fahrräder vergeben waren, stellten wir fest, dass einer der Busschlüssel fehlte. Alle haben bei der Suche geholfen und waren schon kurz davor aufzugeben, aber dann hat Anna den Schlüssel in der Innseite des Reifen zum Glück noch gefunden und wir konnten uns endlich auf den Rückweg machen. Viele hielten den Tag für einen der Besten, es war nicht so anstrengend und die Zeit ging schnell vorbei. Wenn man tatkräftig zugepackt hat, verflog die Zeit. Manche waren am Ende von den Quengeleien ihrer MitschülerInen genervt, denn einige spürten doch schon die ungewohnte körperliche Betätigung. Für die ganze Gruppe war die Erfahrung, durch Zusammenhalt gemeinsam etwas zu erreichen, das Highlight des Tages. 
Die vegetarische Ernährung ist eine gewaltige Umstellung und auch Herausforderung für uns. Es war uns vorher nicht bewusst, wie viel Fleisch wir eigentlich konsumieren.
Durch unsere Arbeitseinsätze und der Auseinandersetztung mit Naturschutz, stellen wir uns einige Frage: Warum machen wir das alles eigentlich in Rostock und nicht in Hamburg? Was hat unsere Arbeit mit dem Klima oder dem Klimaschutz zu tun?  Dies wollen wir mit unseren LehrerInnen und dem Berg-Wald-Projekt-Team diskutieren.
Heute gab es wirklich viel Aufregung. Manche von uns fahren deshalb noch auf eine Aussichtsplattform um Hirschen zu lauschen.


Tag 3 - Müll sammeln am Strand

Heute sind zwölf von uns mit den Fahrrädern an den Strand gefahren, der Rest wieder mit dem Auto. Unsere heutige Aufgabe bestand darin, den Naturschutz-Strand vom Müll zu befreien. Dafür haben wir unsere Hände und große Müllsäcke benutzt, um den gefundenen Müll zu sammeln. Damit wir möglichst viel Müll entdecken, haben wir eine "Menschenkette"gebildet, mit der wir in einer langen Reihe vom Ufer bis zu den Dünen  gelaufen sind. Beim Sammeln haben wir nicht nur Müll gefunden, sondern auch andere besondere Exemplare, wie zum Beispiel: Rosen (die wahrscheinlich von einer Seebestattung stammen), verrostete Metallstangen, alte Waffenteile (ein altes Raktenwerferteil), Knochen von einer Art Haifisch, eine Ray Ben-Brille, ein Lederarm und jede Menge leere Bierflaschen. Für manche von uns war das lange Gehen am Strand qualvoll und sehr anstrengend, andere fanden es gar nicht so schlimm. Einer von uns ist beim Balancieren auf den Pfosten sogar ins Wasser gefallen. Das beste an der Arbeit heute war unser gutes Gewissen, nachdem wir den  Strand sauber hinterlassen haben. Spannend war heute auch, dass es zur Abwechlsung nicht in den Wald ging, wir uns viel unterhalten konnten und man die ganze Zeit eine super schöne Aussicht auf das Meer und den Strand hatte.  Ein besondere Highlight war außerdem das Wettenabschließen mit Hernn Teklemikael. Übrigens, er alle verloren hat ;)
Es war ein bisschen komisch, dass es Menschen gab, die am Naturschutz-Strand baden waren und das zusätzlich noch ohne Badebekleidung!
Da wir es nicht in der eigentlich angedachten Zeit geschafft haben den Strand aufzzuräumen, haben unsere Gruppenleiter entschieden und das Mittagessen vorbei zu bringen und nicht noch den ganzen Weg zurück zu den Autos laufen mussten.
Wir sind alle ganz schön kaputt und freuen uns jetzt schon auf das Abendessen - das hoffenltich lecker wird - und auf´s Schlafen.

Tag 2 - Die Heide bleibt frei!

Wir sind mal wieder um 6 Uhr aufgestanden -diesmal auch wirklich alle ;-) ... Nach dem Frühstück haben wir uns aufgeteilt: Seit heute standen für einen Teil der Klasse Fahrräder zur Verfügung, die andere Hälfte ist wie immer mit dem Auto gefahren.
Als wir angekommen sind, hat Henning, unser Projektleiter, uns erklärt, was heute zu tun ist: Wir waren auf einem ehemaligen Schießplatz der NVA (die "Bundeswehr" der DDR). Dadurch, dass dort zu DDR-Zeiten regelmäßig geschossen wurde, entstand dort eine Freifläche, auf der sich eine Heide entwickelt hat (ca. 10 Hektar groß). Da der Schießplatz seit 30 Jahren nicht mehr genutzt wird, wachsen verschiedene Baumarten wie Kiefer, Ginster und Birken auf der Heide. Wenn dort niemand etwas macht, wächst der Wald also über die Heide und verdrängt sie. Unser Ziel war, diese Baumarten zu entfernen. Dazu hatten wir vier verschiedene Werkzeuge: Erstens unsere Hände für die kleinen Bäumchen, zweitens Astscheren für größere Bäume, drittens Sägen für die größten und viertens wieder Wiedehopfhauen, um kleinere Ginsterbüsche auszugraben. Wir haben die abgeschnittenen Bäumchen auch noch von der Heide weggeräumt, damit nicht zu viele Nährstoffe in den Boden kommen (das ist nicht gut für die Heide). Außerdem sollen Touristen einen schönen Blick haben. Wir wurden in 3er-Gruppen eingeteilt und haben zwischen den Bäumchen einige interessante Funde gemacht: z.B. Trüffel (leider nicht essbarer Hirsch-Trüffel), leere Patronen und ein paar Reh- und Wildschweinknochen.
Am Anfang sind wir alle richtig gut gestartet, aber vor der Mittagspause waren viele erschöpft und hungrig. So hungrig, dass die Suppe (Chili sin carne) schnell alle war. Danach gab es Schokolade - leider nicht für alle. Nach dem Essen sind wir alle zusammen wieder auf die Heide gegangen. Alle haben super mitgearbeitet und in den letzten anderthalb Stunden nochmal richtig angepackt. Allen hat es gut gefallen, dass wir sehr viel geschafft haben, auch wenn das Bäume-Rausziehen und In-den-Wald-Bringen für die meisten nicht die schönste Arbeit war.
Nun sind wir wieder zu Hause und erwarten das Abendessen - man munkelt, es gibt heute Burger.

Tag 1 - Traubenkirschen entfernen

Die Traubenkirsche ist hier nicht heimisch, sondern wurde aus Amerika importiert. Leider wächst sie hier nicht so wie dort - sie wächst schnell, breitet sich sehr rasant aus und nimmt anderen Bäumen das Sonnenlicht. So kann der stabile, heimische Wald nicht wachsen. Es reicht nicht, sie einfach abzuschneiden, weil sie eine Überlebenskünstlerin ist und aus der Wurzel schnell nachwachsen kann.
Deswegen mussten wir die Bäume samt Wurzel entfernen. Die kleinen Bäume konnten wir mit den Händen ziehen, etwas größere Bäume wurden mit der Wiedehopfhaue ausgegraben und an älteren Bäumen (ca. ab 15 Jahren) wurde die Rinde "geringelt" (mit einem Schweizer Gertl Rinde und Bast beschädigt, um die Wurzel zum Absterben zu bringen).

Wir fanden den Tag relativ anstrengend, aber es hielt sich in Maßen. Am schönsten war es, wenn uns ein Tier vor die Füße lief (eine kleine und eine große Kröte) - dann war oft große Aufregung. Es hat auch viel Spaß gemacht mit den scharfen Werkzeugen zu hantieren. Manchmal fühlte es sich ein bißchen komisch an, so viele Bäume zu Grunde zu richten, aber am Ende ist es wohl besser, wenn eine Baumart entfernt wird als wenn alle anderen nicht mehr wachsen können.

Ein Teil der Klasse fand es schade, dass wir heute morgen schon um 6 Uhr aufstehen mussten; anderen ging es damit nicht so schlecht. Viele haben sich noch nicht damit abgefunden kein Fleisch zu essen, aber das Essen war bis hierher imposant. Mal sehen, was es jetzt zum Abendessen gibt - wir melden uns dann morgen wieder.